Sonntag, der 22.11.2020

Guten Morgen! Heute kommt kein Gast. Es ist nur noch Sam da und der bleibt noch ein bisschen. Keiner kommt, keiner geht, kein Kurs heute. Ich kann mich wieder hinlegen 🙂 Naja…nicht ganz… Das Laub muss schließlich von den Wiesen.

Es scheint schon beschlossene Sache, dass der Lockdown verlängert und verschärft wird. Wissen sie wirklich was sie tun? Ich habe meine Zweifel. Creditreform, eine Auskunftei die Daten zur Kreditwürdigkeit sammelt, schätzt die Anzahl der Zombieunternehmen, also Unternehmen die nicht mehr aufgrund ihrer Rentabilität existieren, sondern ihren Geschäftsbetrieb über günstige Kredite aufrecht erhalten, auf bis zu 800.000. Das ist ein Viertel aller deutschen Unternehmen, die mehr als 17500 Euro Umsatz im Jahr erzielen.

Eine große Gefahr lauert daher auch nach überstandener Krise, wenn das Konsumklima sich wieder verbessert. Die europäische Notenbank hat eigentlich keine Möglichkeit mehr einer steigenden Inflation durch Erhöhung der Zinsen entgegen zu wirken. Eine Zinserhöhung würde eine Vielzahl von Unternehmen, aber auch die völlig überschuldeten Länder des südeuropäischen Euroraums in die Schwierigkeit bringen, dass sie ihre Zahlungsverpflichtungen, die sie jetzt über immer neue Kredite finanzieren, nicht mehr lange erfüllen könnten, wenn die Zinsen steigen.

Hier seht ihr die Entwicklung der Bilanzsumme der EZB, also die Geldmenge:

Die Geldmenge hat sich bei zunehmendem Tempo seit 2004 versiebenfacht, obwohl keine größeren Länder mehr beigetreten sind seitdem. Gleichzeitig ist die Produktivität in der Eurozone nicht gestiegen, was alleine eine derartige Ausweitung der Geldmenge gerechtfertigt hätte. Für die Entstehung von Inflation ist jedoch nicht die Geldmenge alleine entscheidend, sondern auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Die war zuletzt sehr niedrig, könnte sich aber schlagartig erhöhen, wenn die Menschen wieder zuversichtlicher werden, und beginnen mehr zu konsumieren. Oder wenn sie merken, dass ihr Geld beginnt an Wert zu verlieren, wenn es auf dem Konto negativen Zinsen ausgesetzt ist. Die geplante Einführung des digitalen Euros würde auch die Flucht in Bargeld, um negativen Zinsen auf dem Bankkonto zu entgehen, verhindern. Wir laufen daher Gefahr nach der eher deflationären Phase in eine stark inflationäre Phase zu geraten, weil die Notenbank der Inflation nicht mit höheren Zinsen begegnen kann, ohne zahlreiche Unternehmen und Länder zahlungsunfähig zu machen. Weil über Inflation nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden aufgefressen werden, wird die EZB wahrscheinlich eher eine Entwertung der Währung und der Vermögen in Kauf nehmen, als eine Pleitewelle zu riskieren. Denn die würde auch die Banken in höchste Schwierigkeiten bringen, weil ihr Eigenkapital nicht reicht, um die dann platzenden Kredite auszugleichen. Aus der Wirtschaftskrise würde dann auch eine Finanzkrise werden, deren Dimension die von 2008/2009 um ein vielfaches übersteigen würde. Die Rettung der Banken wäre nur möglich über eine abermalige drastische Ausweitung der Geldmenge, also noch mehr Schulden. Daher wird man eher eine Entwertung der Vermögen und Schulden in Kauf nehmen, also Inflation. Das trifft vor allem Sparvermögen, während Sachwerte wie Immobilen und Aktien und Edelmetalle ihren Wert voraussichtlich behalten, oder bald zurückerlangen. Eine Asset Inflation haben wir ja bereits geraume Zeit.

Fakt ist: Unser Wohlstand gründet schon lange nicht mehr auf Produktivität und Innovation, sondern ist alimentiert durch immer höhere Schulden, mit denen man die Ungleichgewichte auszugleichen versucht. Die Corona-Krise beschleunigt diese jahrelange Fehlentwicklung nur. Das allerdings in einem besorgniserregendem Ausmaß.

So…jetzt habe ich euch genug gelangweilt und wir gehen mal gleich zum Tagesgeschäft über…

Das Titelbild zeigt leider nicht den heutigen Sonnenaufgang. Heute ist es trüb, regnerisch und windig, also so ganz November.
Laub aufsammeln geht trotzdem.
Frida hat sich für heute spontan noch angemeldet.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/folgen-der-pandemie-einzelhandel-im-corona-lockdown-diese-massnahmen-koennten-jetzt-helfen/26646444.html?ticket=ST-1557764-o6UXXgctxRBmVSnlcXuI-ap4

Scheinbar haben auch ganz viele noch nicht verstanden, dass das Kurzarbeitergeld nichts mehr bringt, wenn es den Arbeitgeber nicht mehr gibt. Davon würde ich unseren Arbeitsminister nicht ausschließen, der das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 verlängert hat, aber die Unternehmen mit immer neuen bürokratischen Ideen schikanieren möchte.

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Ein Kommentar zu “Sonntag, der 22.11.2020

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